"Africa meets Jamaika" Konzert in der Muffathalle, München
Sonntag, 3. Juli 2005, 20h30, Muffathalle , Zellstr. 4
Africa meets Jamaica ( .........and Haiti/Heidelberg )
mit Anthony B, Tiken Jah Fakoly, Awadi und DJ Haitian Star
Eins haben der jamaikanische Dancehall-Superstar Anthony B, Roots-Reggae-Poet Tiken Jah Fakoly und die westafrikanische HipHop-Legende Awadi gemeinsam: sensibles politisches Gespür gemixt mit einem äußerst tanzbaren Crossover aus Reggae, Dancehall, Ragga und HipHop. Ihre Refrains avancierten längst zu Protestparolen. Auf den Spuren des jamaikanischen Helden Marcus Garvey, Begründer der „Back to Africa“-Bewegung, des Panafrikanisten Cheikh Anta Diop oder des revolutionärsten der Wailing Wailers, Peter Tosh, prangern die drei Künstler Missstände im ausbeuterischen „Babylon“ an.
Anthony B gilt als DIE Personifizierung des „african consciousness“ in Jamaika. Der Durchbruch gelang dem Bobo Dread im Jahre 1995 mit den Songs „Fire Pon Rome“ und „Warrior“. Seitdem ist der selbsternannte „real revolutionary“ – zusammen mit Luciano und anderen - einer der prägendsten Künstler der Reggae-Insel. Seine Single „Nah vote again“ trug dazu bei, die Wahlen im Dezember 1997 zu den friedlichsten der Geschichte Jamaikas zu machen. Gemeinsame Tracks mit Wyclef Jean, Snoop Dogg, Culture oder Tiken Jah Fakoly, in welchen er Dancehall, Ragga und Roots-Reggae mit HipHop und R&B fusioniert, zeugen von der Vielseitigkeit und Experimentierfreudigkeit des Bobo Dread, dessen Karriere wie die zahlreicher Reggae-Künstler in einem Kirchenchor begann. Seine beiden Longplayer „Street Knowledge“ und „Powers of Creation“ (Rough Trade) zählen zu den heißesten Releases der letzten Jahre. Tiken Jah Fakoly – Musiker, Menschenrechtler und Volksheld – wurde mit seinem Roots-Reggae zum Sprachrohr der Jugend in der Elfenbeinküste. Tiken Jah, Nachfahre eines legendären Diola-Chiefs, lernte durch einen alten Kassettenrecorder früh den Reggae kennen. Seine kritischen Texte über Korruption und Machtmissbrauch trafen Mitte der 90er den Nerv der afrikanischen Kids und machten ihn zu Westafrikas neuen Megastar. 1996 schlug er den Diktatoren geradewegs ins Gesicht: in seinem Song „Mangercratie“ klagte er gegen das sogenannte „demokratische“ Regime. Trotz Zensur hielt sich der musikalische Protest monatelang in den Charts. Tiken Jah wurde zu einem Dorn im Auge der Mächtigen. Todesdrohungen vertrieben ihn schließlich ins Exil nach Mali. Doch seine Lyrics werden in seiner Heimat weiter gesungen. Vor ein paar Jahren ermöglichte ihm ein Major Platten-Deal die Erfüllung lang gehegter Musikerträume: Seine beiden aktuellen CDs „Francafrique“ und „Coup de gueule“ wurden in Bob Marley’s legendären Tuff Gong Studios in Kingston mit Sly & Robbie sowie Earl „Chinna“ Smith aufgenommen. Darüberhinaus gaben sich auch Anthony B und gleich zweimal Daddy U-Roy die Ehre.
Awadi , Kopf der legendären Dakarer HipHop-/Ragga-Formation Positive Black Soul, gab mit seinem Debüt-Album „Boul Falé“ Anfang der 90er Jahre einer ganzen Generation einen Schlachtruf. Mittlerweile ist Awadi, dessen Alben „Run Cool“ (2000) und „NY-Paris-Dakar“(2003) bei Island Records erschienen und gemeinsame Tracks mit Kymani Marley, Red Rat oder KRS One beinhalten, Mitglied im Sozialforum des Senegal und engagiert sich aktiv – häufig als Tiken Jah Fakolys (musikalischer) Wegbegleiter – gegen Neo-Kolonialismus und Ausbeutung. Auf seinem neuen Album „Un autre monde est possible“ (Sony) nimmt er Politikerinnen und Politiker mal nachdenklich-kritisch, mal humorvoll unter die Lupe.
Im Anschluss schwingt Haitian Star die Fackel an den Plattentellern:
diesmal meistert er nicht als MC Torch die Zeremonie, sondern sorgt als DJ „in the mix“ für feurige Riddims. Konfrontiert mit den verschiedensten Vibes und inspiriert durch seine karibischen Wurzeln legt DJ Haitian Star jegliche Fesseln ab, spürt den Groove noch an den entlegensten Orten auf und setzt ihn souverän in Szene: Haiti und Heidelberg gehen hier eine kreative Symbiose ein. Das Ergebnis: „just some power overdubbed future funk roots-rock-reggae-jazzy fusion with some synthetic scratched soul on vintage vinyl“.
Einlass: 19h30
Eintritt: VVK 18 €,-, AK 22 €
Info: Kulturreferat, Patricia Müller
Tel. 089/ 233-24364, eMail: patricia.mueller@muenchen.de
Africa meets Jamaica ( .........and Haiti/Heidelberg )
mit Anthony B, Tiken Jah Fakoly, Awadi und DJ Haitian Star
Eins haben der jamaikanische Dancehall-Superstar Anthony B, Roots-Reggae-Poet Tiken Jah Fakoly und die westafrikanische HipHop-Legende Awadi gemeinsam: sensibles politisches Gespür gemixt mit einem äußerst tanzbaren Crossover aus Reggae, Dancehall, Ragga und HipHop. Ihre Refrains avancierten längst zu Protestparolen. Auf den Spuren des jamaikanischen Helden Marcus Garvey, Begründer der „Back to Africa“-Bewegung, des Panafrikanisten Cheikh Anta Diop oder des revolutionärsten der Wailing Wailers, Peter Tosh, prangern die drei Künstler Missstände im ausbeuterischen „Babylon“ an.
Anthony B gilt als DIE Personifizierung des „african consciousness“ in Jamaika. Der Durchbruch gelang dem Bobo Dread im Jahre 1995 mit den Songs „Fire Pon Rome“ und „Warrior“. Seitdem ist der selbsternannte „real revolutionary“ – zusammen mit Luciano und anderen - einer der prägendsten Künstler der Reggae-Insel. Seine Single „Nah vote again“ trug dazu bei, die Wahlen im Dezember 1997 zu den friedlichsten der Geschichte Jamaikas zu machen. Gemeinsame Tracks mit Wyclef Jean, Snoop Dogg, Culture oder Tiken Jah Fakoly, in welchen er Dancehall, Ragga und Roots-Reggae mit HipHop und R&B fusioniert, zeugen von der Vielseitigkeit und Experimentierfreudigkeit des Bobo Dread, dessen Karriere wie die zahlreicher Reggae-Künstler in einem Kirchenchor begann. Seine beiden Longplayer „Street Knowledge“ und „Powers of Creation“ (Rough Trade) zählen zu den heißesten Releases der letzten Jahre. Tiken Jah Fakoly – Musiker, Menschenrechtler und Volksheld – wurde mit seinem Roots-Reggae zum Sprachrohr der Jugend in der Elfenbeinküste. Tiken Jah, Nachfahre eines legendären Diola-Chiefs, lernte durch einen alten Kassettenrecorder früh den Reggae kennen. Seine kritischen Texte über Korruption und Machtmissbrauch trafen Mitte der 90er den Nerv der afrikanischen Kids und machten ihn zu Westafrikas neuen Megastar. 1996 schlug er den Diktatoren geradewegs ins Gesicht: in seinem Song „Mangercratie“ klagte er gegen das sogenannte „demokratische“ Regime. Trotz Zensur hielt sich der musikalische Protest monatelang in den Charts. Tiken Jah wurde zu einem Dorn im Auge der Mächtigen. Todesdrohungen vertrieben ihn schließlich ins Exil nach Mali. Doch seine Lyrics werden in seiner Heimat weiter gesungen. Vor ein paar Jahren ermöglichte ihm ein Major Platten-Deal die Erfüllung lang gehegter Musikerträume: Seine beiden aktuellen CDs „Francafrique“ und „Coup de gueule“ wurden in Bob Marley’s legendären Tuff Gong Studios in Kingston mit Sly & Robbie sowie Earl „Chinna“ Smith aufgenommen. Darüberhinaus gaben sich auch Anthony B und gleich zweimal Daddy U-Roy die Ehre.
Awadi , Kopf der legendären Dakarer HipHop-/Ragga-Formation Positive Black Soul, gab mit seinem Debüt-Album „Boul Falé“ Anfang der 90er Jahre einer ganzen Generation einen Schlachtruf. Mittlerweile ist Awadi, dessen Alben „Run Cool“ (2000) und „NY-Paris-Dakar“(2003) bei Island Records erschienen und gemeinsame Tracks mit Kymani Marley, Red Rat oder KRS One beinhalten, Mitglied im Sozialforum des Senegal und engagiert sich aktiv – häufig als Tiken Jah Fakolys (musikalischer) Wegbegleiter – gegen Neo-Kolonialismus und Ausbeutung. Auf seinem neuen Album „Un autre monde est possible“ (Sony) nimmt er Politikerinnen und Politiker mal nachdenklich-kritisch, mal humorvoll unter die Lupe.
Im Anschluss schwingt Haitian Star die Fackel an den Plattentellern:
diesmal meistert er nicht als MC Torch die Zeremonie, sondern sorgt als DJ „in the mix“ für feurige Riddims. Konfrontiert mit den verschiedensten Vibes und inspiriert durch seine karibischen Wurzeln legt DJ Haitian Star jegliche Fesseln ab, spürt den Groove noch an den entlegensten Orten auf und setzt ihn souverän in Szene: Haiti und Heidelberg gehen hier eine kreative Symbiose ein. Das Ergebnis: „just some power overdubbed future funk roots-rock-reggae-jazzy fusion with some synthetic scratched soul on vintage vinyl“.
Einlass: 19h30
Eintritt: VVK 18 €,-, AK 22 €
Info: Kulturreferat, Patricia Müller
Tel. 089/ 233-24364, eMail: patricia.mueller@muenchen.de
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