From the Bronx to the african Motherland
From the Bronx to the African Motherland: American Freestyle Poet meets African HipHop Legend
SUPERNATURAL – AWADI
Après la cooperation sur l'album "New York, Paris, Dakar" qui est sortie le 27 janvier 2003 international, Positive Black Soul et Supernatural se rencontrent le weekend du 10/11 janvier à Munich:
Samedi le 10 Janvier 2004, 20:00
Muffathalle, MUNICH
Prix: 16 €
From the Bronx to the african Motherland
Senerap-Concert: Supernatural & Positive Black Soul de Dakar (Special Guest: Dendemann)
Dimanche le 11 Janvier 2004, 19:30
Café Muffathalle, MUNICH
Prix: free!
Livetalk with SUPERNATURAL and AWADI & Videoclips
Moderation: Jay Rutledge
Positive Black Soul, photo © Sandy HaessnerSUPERNATURAL gilt weltweit als „grand master of freestyle“. Seine Karriere als MC und Rap Poet begann bereits 1981. Doch erst Anfang der 90er, als er den New Music Seminar Freestyle Title gewann, wurden Öffentlichkeit und Presse auf ihn aufmerksam und eröffneten ihm die Chance, mit seinen gesellschaftskritischen Lyrics die Augen der Bevölkerung auf die angespannte Lage der afroamerikanischen Jugendlichen zu richten. Sein einziges bei Elektra erschienenes Album „Buddah Blessed It“ wurde ein HipHop-Klassiker. Im Jahr 2003 brachte er seine neue CD „The Lost Freestyle Files“ auf den Markt – ein Mix aus alten, bisher noch unveröffentlichten Freestyle-Aufnahmen aus den 90ern und neuen, kreativen Fusionen feat. Wildchild of the Lootpack, Vinnie Paz u.a.. Es gelang ihm, durch innovative Beats und ansprechende Lyrics eine gute Mischung zu kreieren und eine Alternative zum überkommerzialisierten Rapmarkt zu schaffen. Anerkennung und Nachahmung fanden vor allem seine Fusion aus Reggae und Rap. So entwickelte sich SUPERNATURAL auch zu einer Art Vorreiter in der amerikanischen HipHop-Szene..…eine Rolle, die AWADI auf dem afrikanischen Kontinent inne hat: Der Protagonist des afrikanischen HipHop markiert seit Anfang der 80er Jahre den Beginn einer Generation, die mit lauter Stimme bessere Chancen für die Jugend Afrikas einklagt. Es ist kein Zufall, dass sich AWADI den Rapper SUPERNATURAL für eine Zusammenarbeit ausgesucht hat. Er ist einer der wenigen amerikanischen MCs, der den afrikanischen KollegInnen seinen vollen Respekt entgegen bringt. Schließlich versteht SUPERNATURAL Rap so, wie er auch in Afrikas HipHop-Metropole Dakar verstanden wird – als Sozialkritik.
Der Erfahrungsaustausch mit AWADI, der 1997 in zwei gemeinsamen Tracks auf dem Album „New York Paris Dakar“ (Island Records) gipfelte, brachte SUPERNATURAL zurück zu seinen Wurzeln nach Westafrika: Genau hier, von der Insel Gorée vor der Küste Dakars, waren einst Sklaven nach Amerika verschleppt worden – und mit ihnen der „Tassu“, der traditionelle Sprechgesang der Region. Kids aus der Bronx hatten ihn in den 70ern mit vertrackten Beats zum Rap transformiert, der Anfang der 80er Jahre per Videos und Platten ins afrikanische Mutterland zurückkehrte. Damals begannen AWADI & the Syndicate, sich verbale Schlachten mit anderen HipHop Crews zu liefern. Doch von ihren Landsleuten wurden sie nur belächelt. „Sie verstanden nicht“ , so AWADI, „ dass wir den Rap dahin zurückbringen wollten, wo er herkam – nach Afrika“. Seine Lyrics verwerfen Gewalt und Diskriminierung. Sie propagieren die Idee des Panafrikanismus im Sinne des ghanaischen Unabhängigkeitskämpfers Kwame Nkrumah und des senegalesischen Philosophen Cheikh Anta Diop. AWADIs Konzept der Aufklärung und Erziehung über „teaching-rap“ hat ihm nicht nur in der Szene den Ruf des unangefochtenen HipHop-Lehrers eingebracht. Ein kritisches Bewusstsein macht in seinen Augen Solidarität und Widerständigkeit erst möglich: „I criticise, I never proffer a solution / (…) In Africa I foresee a grand revolution / (…) They want to divide us, so we won’t realise / That together we’re strong, their game is to balkanise / (…) No more ethnic or tribal divisions, but diverse populations / Money will be extracted from those who ordered executions / (…) Those with experience should return so we can reclaim / The years we’ve lost, let’s deal with ourselves for our gain.” (Album „Salaam“, 1995).
Heute existieren in Senegals Hauptstadt mehr als 2000 HipHop Crews, deren Ziel es ist, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen und gegen Korruption ins Feld zu ziehen. Der Einfluss der Dakarer HipHop-Szene ging sogar so weit, dass AWADI und weiteren Rappern während des letzten Wahlkampfes im Jahr 2000 Geld geboten wurde, um gegen bestimmte Kandidaten zu werben. Doch Dakars Reimartisten ließen sich nicht kaufen; sie lehnten ab.
AWADI machte sich nicht nur als MC einen Namen: Vor einiger Zeit rief er in seiner Heimat eine regelmäßig ausgestrahlte Fernsehsendung zu Geschichte, Bedeutung und Visionen der HipHop-Bewegung ins Leben. Über sein eigenes Label TafTaf Records produziert und fördert er NachwuchskünstlerInnen des Kontinents. Und erst dieses Jahr organisierte der Musiker ein internationales HipHop Festival in Dakar, das jährlich stattfinden wird und KünstlerInnen aus Afrika, USA und Europa zusammenbringen möchte. Im Oktober 2003 erhielt der Rapper den internationalen Musikpreis des Radio France Internationale (RFI). Sein neues Solo-Album „Paroles d’Honneur“ (2002) wurde zu einem weiteren Meilenstein einer Bewegung, die im Norden nach wie vor Erstaunen hervorruft: Denn bis heute denkt die sogenannte „Erste Welt“ bei Afrika an Trommeln und Maskentänze. „Aber wir wollen raus aus dem kulturellen Ghetto“, sagt AWADI, „wir haben keine Lust mehr, immer die Exoten zu mimen. Wir sind auch Kinder dieser Welt“. HipHop ist HipHop ist HipHop – auch in Dakar.
Veranstalter:
Muffathalle Betriebs GmbH in Zusammenarbeit mit dem Kulturreferat der LH München und der Villa Stuck
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